Kuchenunglück

Bei Commandsheep, dem Gourmetblog für Kuchen, Kekse und Plätzchen, werden viel zu viele Videos gepostet. Tagtäglich erreichen uns hunderte von E-Mails, in denen sich treue Leser darüber beschweren, dass es viel zu wenig lange Textbeiträge hier auf diesem Wunderblog gibt.

Zu Recht! Diesmal wird alles anders! Keine Videos. Keine Bilder. Nur Text. Dass es aber hinterher nicht so doofe tldr Kommentare gibt! Obwohl, Kommentare wären ja auch mal ganz nett.

Kuchenunglück. Ein Wort, gebildet aus zwei Wörtern, die so auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenpassen. Wie kann so etwas wunderbar schönes, bezauberndes und vor allem glücklichmachendes wie Kuchen mit einem so negativ behafteten Wort wie Unglück zusammen erscheinen?

Ein Unglück ist, so sagt es schon die alte Wikipedia, ein unvorhergesehenes Schadensereignis ohne terroristischen oder kriminellen Hintergrund mit Personen- bzw. Sachschäden durch technisches und/oder menschliches Versagen. Somit wäre ein Kuchenunglück also ein völlig missratener Kuchen. Weil der Kuchenbackbeauftragte oder der Ofen total versagt haben. Zum Beispiel anstelle von Mehl mit Zement backen oder Terpentin statt Rumaroma in den Teig. Oder schauen, ob man so einen Kuchen nicht auch schneller in der Mikrowelle oder dem Dampfgarer hinbekommt. Ihr versteht schon.

Mein letztes Kuchenunglück liegt schon ein paar Jahre zurück. Ich hatte Geburtstag und habe mir einen eigenen Kuchen gebacken. Das Backen war kein Problem, aber beim Dekorieren mit fertigem, farbenfrohen Zuckerguss (blau, grün, gelb und rot) aus dem Discounter hatte ich dann ein paar Probleme. Zunächst war die Zuckergussmasse sehr störrisch, da ich mich weigerte die Anleitung zu lesen und somit übersehen habe, dass man die Tuben in warmes Wasser legen soll, um den Zuckerguss schön geschmeidig zu machen.  Also presste ich das Zeug mit Gewalt aus den verschiedenen Tuben und der Kuchen war irgendwann statt mit wunderschönen, kreativen Mustern, die meinen Gästen vor Verzückung lauter “Ohs” und “Ahs” aus dem Mund flöten ließen, mit einem Augenkrebs verursachenden bunten spinnwebenartigen Mantel aus farbigem Zuckerguss bedeckt, der so bunt strahlte wie Tschernobyl bei Nacht.

Der Kuchen hat trotzdem geschmeckt. Irgendwie. Oder ich rede mir das gerade schön.

Jedenfalls ist wohl niemand wirklich vor einem Kuchenunglück gefeit. Ein wunderbares Blog, welches Kuchenunglücke dokumentiert, ist cakewrecks. Dort finden sich absolute geniale Bilder von Kuchenunglücken und -desastern, dass es nur so eine Freude ist und man gleich selbst einen misslungenen Kuchen backen und fotografieren will.

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